Näher betrachtet

Näher betrachtet: „ABENDHIMMEL“ von Noah de Jong

Die vom Tagesmarsch ermüdete Sonne taucht in den Horizont ein. Sie kämpft sich noch mit ihrer letzten Kraft durch die Wolken und erleuchtet zart die im Wind tanzenden Gräser der Wiesen. Nicht mehr so stark, aber noch hell genug um braun-goldene Momente zu zaubern. Bei dem Bergen rechts versagen ihre Kräfte und sie überlässt diese kampflos an die Dunkelheit der Nacht. Die Bäume links wiederum legen sich langsam schlafen, ihre Kronen ergeben sich ihrer Müdigkeit. Die schweren vom Tag geplagten Wolken atmen noch den letzen Hauch des Sonnengolds ein und wandern von rechts nacht links in die farblos graue Abendstimmung.

„Abendhimmel“ Noah de Jong, 2019
Gemälde, Acryl auf Leinwand, 200x100x3cm

Die Sonne begrüsst den Horizont und macht sich bereit langsam zu verschwinden. Noch einen Moment, noch ein paar Sekunden, dann versinkt alles in blasse Farben und lange Schatten. Immer mehr Formen im Vordergrund lassen sich kaum noch erkennen. Man muss sich anstrengen, um noch etwas benennen zu können. Grauer Nebel gleitet in die Landschaft hinein und verteilt sich auf der Wiese. Die Natur scheint ein Mysterium aus Licht und Schatten zu flechten, um daraus Träume derer zu erfinden die mit ihr in die Ruhe der Nacht folgen.