LOUIS LEROY

SUR (REALISMUS)

Von Anfang an war die Natur sein wichtigstes Thema. Auch Aristoteles erkannte als erster die Komplexität der Natur. Wir waren, wir sind und wir werden Zeuge der sich ändernden Bedingungen sein. Wir beobachten seine Entwicklung, sein Leben und seinen Sterbevorgang. Sie ist eine Quelle unendlicher Inspiration für die menschliche Spezies. Die Inspiration in der Kunst ist laut Aristoteles ein Impuls, ein Werk zu schaffen das perfekter ist als das Original.
 
Die Beziehung zwischen Kunst und Natur wurde auch von Umberto Eco analysiert. In seinem Buch „Die Geschichte der Schönheit“ stellt er fest, dass das Verhältnis zwischen Natur und Kunst oft ambivalent ist. Die Natur gibt der Kunst das Privileg sich auf äußerst raffinierte Weise zu präsentieren. Es ist dieses Privileg, das Louis Leroy bei seiner Arbeit genießt. Seine ursprüngliche Inspiration war genau die Natur und die Beziehung zwischen ihr und dem Menschen. Eine Natur die die Perfektion idealer Formen und Farben mit der menschlichen Sichtweise verbindet, welche dann dieses Zusammenspiel zu einem Bild verarbeitet.
 
Eine künstlerische Interpretation dieses Phänomens zeigt sich deutlich in der Gemäldeserie mit den aneinandergereihten Eschen. Die alten Slawen glaubten das unter seinen Wurzeln eine Quelle der Weisheit entsteht. Leroy’s Wahl dieses Baumes ist kein Zufall. Während der erste bekannte Kontext, in dem explizite Baumsymbolik auftritt, die Bibel ist, ist dies kein vollständig positiver Kontext. Das Pflücken der Paradiesfrüchte vom Baum führte zur Vertreibung der ersten Menschen aus dem Paradies. Bei Leroy sind Bäume eine Verbindung zwischen dem himmlischen und irdischem, die Krone ist zum Himmel gedreht und die Wurzeln in den Boden gepflanzt.
 
Der Malstil des Künstlers ist eine Kombination aus Expressionismus und magischem Realismus. Die Methode des Umgangs mit Farbe in der pastosen Technik erinnert an frühe Arbeiten von Van Gogh. Monochrome Farben sind mit Erdtönen, Amaranth-, Ultramarin- oder Tizianrot-Tönen verflochten. Die Ebene des Gemäldes ist kontrastreich: Die Präzision gerader Linien wird mit ausdrucksvoll gemalten organischen Formen kombiniert. Die Atmosphäre schwebt in “perfekter Zeitlosigkeit”, die nach Roland Barthes ‘Terminologie mit Punctum zu tun hat. Punctum ist ein subjektiver Moment und eine direkte Erfahrung des vom Betrachter betrachteten Bildes. Es ist eine intuitive Aufmerksamkeit für die Elemente, die unsere Emotionen wecken. Leroy schaft eine magische Atmosphäre im Bild, die an der Grenze zwischen Realismus und Surrealismus liegt.
 
Die Werke des Künstlers sind eine Hommage an die Größe und Wiederholbarkeit des Naturzykluses. Um die Worte des oben genannten Aristoteles zu umschreiben:
 
“Es ist an der Zeit zu verstehen, dass die Natur ohne den Menschen existieren wird, der Mensch ohne Natur jedoch nicht.”

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